Allgemein
Die Hausratte ist schwarzgrau bis
graubraun gefärbt. Auf dem Rücken ragen lange Grannenhaare,
die der Hausratte ein struppiges Aussehen verleihen. Die
Rumpflänge schwankt zwischen 15-23 cm. Die Schwanzlänge
pendelt zwischen 17-25 cm. Der Schwanz ist immer länger
als der Körper. Das Körpergewicht der Hausratte
beträgt im Durchschnitt ca. 140 - 200 g. Im Gegensatz
zur Wanderratte sind die Ohren größer, sehr dünnhäutig
und fast unbehaart.
Lebensweise, Biologie
Hausratten werden im Alter von 68
Tagen geschlechtsreif. Das Weibchen ist 20-24 Tage trächtig
und bringt in einem Wurf 6-7 Junge zur Welt, die nach 3 Monaten
selbst fortpflanzungsfähig sind. Insgesamt zeugt die
Hausratte bis zu ca. 34 Nachkommen pro Jahr. Die Wurfgröße
und -häufigkeit wird stark von der Siedlungsdichte beeinflußt;
sie nimmt mit zunehmender Dichte ab. Die Hausratte gelangte
erst in frühgeschichtlicher Zeit von Indien über
Afrika nach Europa. Sie verbreitete sich sehr stark und besiedelte
nach und nach den süd- und mitteleuropäischen Raum.
Bevorzugte Lebensräume der Hausratte sind Getreidespeicher,
geräumige Dachböden, sowie im Mittelmeerraum offenes Ödland.
In Deutschland gibt es nur zerstreute Vorkommen in den Hafenstädten,
eventuell durch Einschleppung mit Schiffen hervorgerufen.
Die Hausratte liebt Wärme und Trockenheit. In Gebäuden
findet man sie zumeist in den höher liegenden Stockwerken,
Dachböden usw. Sie klettert und springt besser als die
Wanderratte und bei der Nahrung bevorzugt sie pflanzliche
Komponenten wie Getreide, Samen, Nüsse und Obst. Die
Hausratte braucht nicht unbedingt Wasser, sie ist in der
Lage, längere Zeit nur mit trockenem Getreide auszukommen.Selten
treten sie einzeln auf. Zumeist bilden sich Rudel aus 20-60
Tieren, die keine feste Rangordnung oder Paarungen erkennen
lassen. Als besondere Merkwürdigkeit erweisen sich die
sogenannten "Rattenkönige". Bei hoher Bestandsdichte
kann es vorkommen, daß 6-12, sogar bis zu 32 Ratten
ein mit den Schwänzen verknotetes Knäuel bilden.Die
Bedeutung dieses Umstandes ist bis heute nicht geklärt.Hausratten
benutzen feste Wege, die auch in Gebäuden schnell sichtbar
werden. Anderen Ratten wird durch das Anbringen von Geruchsmarkierungen
angezeigt, daß das Gebäude besetzt ist. Erdbauten
werden nicht errichtet. Ihre Nester legen die Hausratten
versteckt im Gebäudeinneren an.
Schäden
In Europa
ist die Hausratte nicht so schädlich wie die Hausmaus
oder die Wanderratte, jedoch kann eine Massenvermehrung oft
zu ernsten materiellen Schäden führen. Sie ist
auch ein gefährlicher Überträger von Krankheitskeimen.
Durch ihre Nahrungspräferenzen richtet sie große
Schäden in Getreidespeichern und Vorratskammern an.
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